Von „Ich habe mich selten in meinem Leben so hilflos und willkürlichen Regeln ausgesetzt gefühlt, wie bei diesen Brandschutzfragen“ bis „Wir wissen heute noch nicht, wie wir das stemmen sollen“ reichten die Antworten auf eine Umfrage zum Thema Brandschutz unter bayerischen Hoteliers und Gastronomen. Dabei haben die Befragten durchaus Verständnis für Brandschutzmaßnahmen; Brandschutz hat sowohl in den Gastronomie- als auch Beherbergungsbetrieben oberste Priorität. Allerdings gibt es oftmals Fälle von unverhältnismäßigen Auflagen, die eine Kostenexplosion verursachen und damit auch zu Schließungen von Betrieben führen können. So planen 5 Prozent der Umfrageteilnehmer ihren Betrieb aufgrund der geforderten Investitionssummen für immer zu schließen.
Auch der ständige Ruf nach immer strengeren Gesetzen und Bestimmungen stellt die Unternehmen vor zum Teil unlösbare Probleme, und das, obwohl wir in Deutschland bereits über sehr hohe Sicherheitsstandards verfügen. „Brandschutz ist absolut wichtig! Größtes Ärgernis sind für uns die sich fast jährlich ändernden Vorschriften!“, brachte es ein Befragter auf den Punkt. Ein anderer meinte: „Brandschutz ist in einem gesunden Maß schön und gut. Nur ist es natürlich wieder der typischen Bürokratie in Deutschland zu verdanken, dass dies teilweise völlig überzogen und nur schwer finanzierbar ist.“ Mit ursächlich dafür sei laut Teilnehmern die Tatsache, dass es kaum Wettbewerb zwischen Herstellern und Dienstleistern von entsprechenden Brandschutzkomponenten gäbe. Ein Befragter: „Es gibt leider nur diese Firma, da sie die alleinige Zulassung in Bayern hat. In Hessen gibt es 4 bis 5 Firmen“.
Der DEHOGA Bayern fordert, das Thema Brandschutz mit Augenmaß und gesundem Menschenverstand anzugehen. So muss es möglich sein, im Einzelfall, individuelle Lösungen finden zu können. Es muss reichen die Schutzziele zu erfüllen, und nicht zu Maßnahmen genötigt zu werden, die der Sicherheit nicht dienen. Auch sind Ermessenspielräume zu nutzen. So sind angemessene Fristen für die Beseitigung etwaiger Mängel zu setzen, damit nicht eine Aussage aus der Untersuchung Schule macht: „Die Brandschutzauflagen bei der Betriebsübergabe tragen dazu bei, dass unsere Tochter den Betrieb nicht übernimmt.“
Ebenso sollte dem Bestandschutz wieder ein größerer Stellenwert verliehen werden. Ein Anbau oder eine Erweiterung muss möglich sein, ohne den Bestandschutz zu verlieren. Die Eigenverantwortung der Betriebe gilt es zu stärken. Diesbezüglich setzt der DEHOGA Bayern auf den Entbürokratisierungsbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung Walter Nussel, der nach einem intensiven Gedankenaustausch mit dem Verband erklärt hat, sich des Themas im Sinne der Unternehmen anzunehmen. Hier erwartet der Verband, dass deutlich spürbare Verbesserungen bei den Betrieben ankommen.
Parallel zu seinen Bemühungen, Erleichterungen hinsichtlich der Vorgaben zu erreichen, hat der DEHOGA Bayern im Rahmen einer Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Betrieblicher Brandschutz des Werkfeuerwehrverbands Bayern ein umfangreiches Maßnahmenpaket geschnürt. Neben einer Zusammenstellung der wichtigsten Grundinformationen rund um das Thema Brandschutz, können künftig Mitglieder unter der DEHOGA Bayern-Brandschutz-Hotline 089 / 28 760 - 112 jeweils montags zwischen 10.00 Uhr und 12.00 Uhr eine kostenfreie telefonische Erstberatung durch den WFVB nutzen.
Außerhalb dieser Zeiten können Anliegen auch via E-Mail an brandschutz(at)dehoga-bayern.de gesendet werden. Weitere Informationen stehen DEHOGA Bayern-Mitgliedern im geschützten Mitgliederbereich unseres Internetauftritts unter www.dehoga-bayern.de/brandschutz zur Verfügung. Darüber hinaus können noch weitere Leistungsangebote in Sachen Brandschutz über Partnerfirmen der Bayern Tourist GmbH (BTG) zur Verfügung gestellt werden.
„Wir werden sicher nicht alle Probleme sofort lösen können“, weiß DEHOGA Bayern-Landesgeschäftsführer Dr. Thomas Geppert, „wir hoffen aber, möglichst viele Unklarheiten beseitigen zu können und Tipps zu geben, die dem einen oder anderen vielleicht helfen, am Ende des Tages viel Geld zu sparen.“ Stefan Deschermeier: „Wir verstehen uns ausdrücklich als Vertreter der Unternehmer, alle Anfragen und Daten unterliegen dem Datenschutz und werden nicht an Dritte weitergegeben.“ Abschließend bittet Deschermeier jedoch vorab noch um etwas Verständnis: „Wir werden so viele Fragen beantworten, wie es nur geht. Angesichts der Themenvielfalt und der großen Betroffenheit der Branche werden jedoch Wartezeiten in der Hotline und bei der Beantwortung der E-Mails sicher nicht zu verhindern sein.“