In ihrer Rede verkündigte sie die positive Entwicklung für den Tourismus in Oberfranken mit steigenden Übernachtungszahlen. Aber Sorgen und Forderungen gibt es trotzdem. Und es sind die gleichen, wie schon in den vergangenen Jahren. Hier dürfe man bei der derzeit laufenden Regierungsbildung in Berlin und der anstehenden Landtagswahl nicht locker lassen betonte Andrea Luger beim traditionellen Neujahrsempfang am 26.01.2018 in der Sudpfanne Bayreuth vor zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Schulen sowie Vertretern der oberfränkischen Hotel- und Gastronomiebranche.
Flexiblere Arbeitszeiten
Bei dieser Forderung geht es nicht um darum, die Gesamtarbeitszeit zu verlängern, sondern es müsse doch möglich sein, z.B. bei einer Hochzeit auch mal zwölf Stunden am Tag zu arbeiten, wenn es dafür am anderen Tag einen Ausgleich gebe. Es gehe hier um eine wöchentliche Höchstarbeitszeit, die flexibel verteilt werden könne, so Luger. Vizepräsident Thomas Förster ergänzte: Der DEHOGA ist hier die Speerspitze. Mittlerweile haben sich dieser Initiative 40 Verbände angeschlossen.
Gleichbehandlung der Mehrwertsteuer
Es ist nicht zu verstehen, so Bezirksvorsitzende Luger, dass ein im Sitzen verzehrtes Essen 19% Umsatzsteuer unterliege, im Stehen aber nur 7% anfallen. Ein geringerer Mehrwertsteuersatz wäre nur fair, auch weil die Gastronomie unglaublich arbeitsintensiv ist. Auf dem gleichen Umsatz kommen in der Gastronomie sechs Mal mehr Beschäftigte als zum Beispiel im Lebensmitteleinzelhandel. BV Luger weiter: deshalb fordere der DEHOGA einen einheitlichen Umsatzsteuersatz auf alle Lebensmittel, egal wo sie gekauft, wie sie zubereitet und gegessen werden.
Ausgeprägter Fachkräftemangel
Ein weiteres Problem, so Luger, sei die zunehmende Bürokratisierung, vor allem aber gebe es einen ausgeprägten Fachkräftemangel. „Der Markt ist wie leergefegt“, resümiert Luger. Auch bei der Anwerbung von Auszubildenden täten sich die Betriebe schwer. BV Luger appeliert an ihre Kollegen in die Qualität der Ausbildung zu investieren: „Wer jetzt nicht ausbildet, der braucht sich morgen nicht über einen Mangel an Personal zu beschweren“.
Vizepräsident Thomas Förster verwies auf die Förderprogramme für Kleinbetriebe. In Bayern gibt es jetzt schon mehr als 500 Orte ohne Wirtshaus. Um diesem Wirtshaussterben entgegenzuwirken fordere der DEHOGA ein Investitions-Förderprogramm, insbesondere für Klein- und Kleinstbetriebe, damit diese oft dringend nötige Investitionen stemmen könnten. Hier sei man in entsprechenden Gesprächen mit der Staatsregierung.