Eröffnung der HOGA 2013

Stichwortkonzept von Ulrich N. Brandl, Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Bayern e.V. anlässlich der Eröffnungsfeier

 

 

Begrüßung:

 

Sehr geehrter Herr Staatsminister Joachim Herrmann,

sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly,

sehr geehrte Gastgeber, lieber Heiko, lieber Hermann Könicke,

sehr geehrte Damen und Herren

liebe Kolleginnen und Kollegen!

 

Zunächst: persönliche Neujahrswünsche

 

Alle Wünsche passen perfekt zum Motto unserer HOGA: Die Zukunft im Blick!

 

Und wenn wir schon in die Zukunft blicken wollen, will ich mich auch gar nicht lange mit einem Blick in die Vergangenheit aufhalten. Nur so viel: 2012 war eines der erfolgreichsten Tourismusjahre Bayerns – und das lässt uns alle für dieses Jahr hoffen. Das bayerische Gastgewerbe ist als Hauptleistungsträger des Tourismus ein starkes Stück Wirtschaft. Bei uns schnurrt nicht nur ein Kätzchen…

 

Davon profitieren werden sicher die Aussteller, denn Bayern als Tourismusland Nr. 1 in Deutschland muss als Branchenprimus dem Mitbewerber immer voraus sein, er muss die Trends setzen.

 

Um die Zukunft erfolgreich zu meistern sind geeignete Konzepte und Ideen gefragt. Dazu werden die kommenden vier Tage auf der HOGA wertvolle Anregungen liefern und Wege und Lösungen aufzeigen. Alles, was unsere Branche ausmacht, kann man auf der HOGA erleben oder gar anfassen. An dieser Stelle ein herzliches Vergelt´s Gott an alle Mitarbeiter und Mitstreiter des Verbandes, die vor und hinter den Kulissen in den letzten Wochen und Monaten dafür gesorgt haben, dass wir heute überhaupt eine HOGA eröffnen können.

 

Die HOGA macht die Themen, die das Gastgewerbe bewegt, dreidimensional sichtbar. Auch, wenn Sylvester vorbei ist: Die AFAG hat einmal mehr ein wahres Feuerwerk an Ideen und Konzepten umgesetzt. Jetzt liegt es an uns, diese zu nutzen – Jeder für sich, in der Summe aber für den bayerischen Tourismus.

 

Wenn wir aber Die Zukunft im Blick haben wollen, muss man auch Pläne, muss man Erwartungen an das noch junge Jahr haben.

 

Was sind meine Erwartungen als Präsident des DEHOGA Bayern an 2013?

 

2013 ist Doppel-Wahljahr – und wenn ich schon Vertreter der beiden großen Volksparteien hier sitzen habe, muss ich zumindest kurz die brennenden branchenpolitischen Themen anschneiden. Themen, an denen rund 315.000 Erwerbstätige im Gastgewerbe die Parteien messen und entsprechend ihren Aussagen hierzu auch wählen werden: Und eines kann ich gleich noch vorab hinzufügen: Der DEHOGA Bayern steht mit seinen Ansichten nicht isoliert da – nein: wir haben mittlerweile gemeinsame Positionspapiere mit immer mehr Partnerverbänden: mit den Campingplatzbetreibern, dem Heilbäder-Verband, den beiden Brauerbünden, dem Fränkischen Weinbauverband oder dem Bund der Selbstständigen. Und die Allianz wird immer stärker.

 

GEMA

 

Erfolg für unseren Verband, aber: Aussetzen der irrsinnigen Forderungen für dieses Jahr ist nur Etappensieg. Ziel: zeitgemäße Überarbeitung der Gesetzesgrundlage, dem Urheberrechtswahrnehmungsgesetz. Meine Bitte an alle anwesenden Politiker: Unterstützen Sie uns parteiübergreifend – machen Sie bitte kein Wahlkampfthema daraus!

 

Stille Tage

 

Aktuelles Thema, auch wenn die Feiertage gerade vorbei sind. Dank an Innenminister Herrmann für den gefundenen Kompromiss, Dank aber auch an Oberbürgermeister Dr. Maly, dass Nürnberg schlussendlich die neue Regelung unbürokratisch umgesetzt hat, auch wenn sie noch nicht Gesetzeskraft hatte.

 

Internetpranger bei Hygieneverstößen

 

Hygienebarometer zwar in Bayern verhindert, aber kein Bundesland listet so konsequent Betriebe auf, wie Bayern – Wir sind da dran. Ich sage hierzu aber auch in aller Deutlichkeit. Wer meint eine ganze Branche in der Art vorführen zu müssen, tut sich damit am Ende bestimmt keinen Gefallen.

 

Pranger = mittelalterliches Strafwerkzeug. Einmal mehr wird unsere Branche vorgeführt: Wo ist Pranger für keimbelastete Kliniken, Ärzte mit Kunstfehlern,…

 

Internetpranger auf Verdacht ist ein Verstoß gegen die Unschuldsvermutung. Generell großer Schaden, wenn einer zu Unrecht im Internet gelistet wird. In weiten Teilen rechtswidrig, da nur Produktwarnungen aufgeführt werden dürften – hier sind wir ganz massiv dran.

 

Und schließlich menschenunwürdig. Was da mit den Betroffenen veranstaltet wird, ist beschämend, steht in keinem Verhältnis. Ein Staat oder besser gesagt die Verantwortlichen eines Staates, die solche Mittel als geeignet ansehen, haben selbst jede Justierung verloren! Aber hier scheint sich etwas zu bewegen…

 

Tourismusstrukturen Bayern

 

Nürnberg war auf kommunaler Ebene Vorreiter, Bayern muss nachziehen.

 

Workshop des Wirtschaftsministeriums: Seit über einem Jahr kämpfen wir als Verband um die unvorbelastete Erarbeitung eines Gesamtmodells für Bayern unter Einbeziehung von Fachleuten aus allen betroffenen Ebenen um nicht zu sagen Lagern. Ich sage Ihnen voraus: Es wird etwas geschehen. Die Frage ist lediglich: Marschiert Bayern voraus oder hechelt es irgendwann hinterher.

 

Mehrwertsteuer

 

Ich beginne mit den Fakten: Haben wir drei Jahre nach Einführung der Reduzierung weniger oder mehr Steuereinnahmen? Ich erinnere an die Prophezeiungen derer, die sich auch heute noch weniger mit Fakten, denn mit haltlosen, neidschürenden und populistischem Gerede hervortun.

 

Fragen Sie mal die Aussteller hier auf der HOGA, zu welchem Investitionsfeuerwerk dieser Teil des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes geführt hat? Wie sehr sie selbst davon profitiert haben? Fragen Sie sich, ob dieses Gesetz nicht auch zur zwischenzeitlich belegbaren guten Wirtschaftssituation in Deutschland beigetragen hat.

 

Die Herstellung von steuerlicher Wettbewerbsgleichheit gab den Hoteliers genau die wertvollen Handlungsspielräume für Investitionen, den Erhalt und Ausbau von Arbeits- sowie Ausbildungsplätzen, für Mitarbeiterqualifizierung und -entlohnung sowie für Preissenkungen, die die Branche dringend benötigt hat und belegbar über eine deutlich gesteigerte Ertragskraft mit Zins und Zinseszins wieder zurückzahlt. Ganz konkret, anschaulich und nachprüfbar haben auf unseren neun Presseterminen 46 Hoteliers, darunter große, aber auch viele kleinere, Investitionen in Höhe von insgesamt 130 Mio. Euro aufgezeigt.

 

Diese Mehrwertsteuerreduzierung hat sich für den Staat und damit für jeden einzelnen Steuerzahler am Ende gerechnet und sie wird sich weiter rechnen. Deshalb kann und darf es für eine faire und weitsichtige Politik nur eine logische Konsequenz geben: Faire Wettbewerbsbedingungen auch für Gastronomie und damit für das gesamte Gastgewerbe.

 

Appell an alle anwesenden Politiker: Bitte um Unterstützung, Bitte um sachliche Bewertung der nachweisbaren Fakten. Appell an meine Kollegen: Investiert weiter! Nutzt die HOGA als Ideenquelle für Innovationen! Dem Start in ein erfolgreiches Jahr steht dann nichts mehr im Wege.

 

Und jetzt wünsche ich der HOGA 2013 einen guten Verlauf!

 

 

- Ende des Stichwortmanuskripts -

- Es gilt das gesprochene Wort -