(München) Angesichts der Insolvenz des Tourismusverbandes München-Oberbayern hält Franz Bergmüller, Vorsitzender des Bezirks Oberbayern des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Bayern, fest, dass in jeder Krise auch eine Chance stecke. „Wir brauchen einen Neuanfang und dabei sollten wir tunlichst darauf achten, nicht die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen“, so Bergmüller, „Insbesondere hinsichtlich der Rechtsform der Nachfolgeinstitution gibt es Handlungsbedarf, hier empfiehlt sich anstelle eines Vereins allein schon aus haftungsrechtlichen Gründen die Gründung einer GmbH.“ Der Bezirksvorsitzende betont jedoch auch, dass viel Gutes übernommen werden könne: „Man dürfe jetzt nicht in eine Kleinstaaterei verfallen, Oberbayern braucht als wichtiger Teil der starken Tourismusmarke Bayern auch eine gesamt-oberbayerische Lösung.“ Zudem, so Bergmüller, bedürfe es eines von Vertretern aus Kommunen und Tourismuswirtschaft paritätisch besetzten Lenkungsgremiums, das die Zielsetzungen sowie die Eckpfeiler der touristischen Vermarktung Oberbayerns definiere.
Darüber hinaus fordert der Bezirksvorsitzende Oberbayerns auch bei der Vermarktung des von ihm vertretenen Bezirks eine stärkere Berücksichtigung der gewachsenen und von den Gästen auch so erlebten Destinationen. Bergmüller wörtlich: „Ich stelle mir idealerweise eine viergliedrige Destinationsvermarktung vor: Eine Region sollte die Alpenregion vom Königssee bis zum Tegernsee umfassen, abgerundet durch die vorgelagerten Landkreise Mühldorf und Altötting. Die zweite Destination wäre der Großraum München mit allen umliegenden Landkreisen wie Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Bad Tölz, Starnberg, Landsberg sowie Fürstenfeldbruck. Die dritte touristische Vermarktungseinheit sollte Garmisch-Partenkirchen, Weilheim-Schongau und Bad Tölz integrieren. Die vierte schlagkräftige Tourismusregion sehe ich im Norden Oberbayerns, sie umfasst die Landkreise Pfaffenhofen, Ingolstadt, Eichstätt sowie Neuburg a.d. Donau.“
„Der Tourismus ist für unser Land als Wirtschaftsmotor viel zu wichtig“, erläutert Bergmüller, „folglich dürfen jetzt keine Einzelinteressen einer möglichen Idealstruktur entgegengestellt werden.“ Der Tourismus gilt als Leitökonomie Bayerns, mit rund 13 Mrd. Euro Umsatz allein in Oberbayern, ist er einer der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren des Regierungsbezirks. Er schafft und garantiert in Oberbayern rund 200.000 standortsichere Arbeitsplätze, insbesondere im ländlichen Raum.
Von der touristischen Infrastruktur profitieren durch die gestiegene Lebens- und Wohnqualität nicht nur Gäste und Einheimische, sondern durch bessere Standortfaktor auch Betriebe und Unternehmen. Bergmüllers Fernziel ist daher die Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Tourismus in Bayern durch ein eigenes Tourismusgesetz. Bergmüllers Fazit: „Ich halte es hier mit dem bekannten Spruch: Wir müssen an das Unmögliche glauben, um das Mögliche zu erreichen.“
- Ende der Pressemitteilung -